Hauptwohnsitz ummelden – Adresse anmelden bei Ortswechsel

Laut Bundesmeldegesetzt (BMG) haben Bürger die Pflicht sich innerhalb von zwei Wochen nach Einzug in eine neue Wohnung umzumelden. Anmeldungen bzw. Ummeldungen werden beim Einwohnermeldeamt/Bürgeramt vorgenommen.

Einwohnermeldeämter wurden mittlerweile mit anderen Dienstleistungen von Kommunen in sogenannte Bürgerämter umgewandelt. Bürgerservice, Bürgerdienste, Kundenzentrum, Servicepunkt und ähnliches werden die Ämter heute auch genannt, um einen freundlichen Eindruck zu vermitteln und um deutlich zu machen, dass diese Service am Bürger anbieten und keine graue Behörde mehr sind.

Zum Online Formular des Post Nachsendeauftrags

Die Abmeldung beim Einwohnermeldeamt ist nur bei einem Wegzug ins Ausland notwendig. In Deutschland informieren sich die Meldebehörden untereinander. Neu seit 2015 ist die Vermieterbescheinigung, die nun zu einer Verschärfung der Anmeldevorgänge bzw. Ummeldungen führt, da sich aufgrund der Vermieterangaben sehr viel leichter Bürger lokalisieren lassen, die die Meldefristen weit überschritten haben. Ihnen drohen Bußgelder.

Bundesweit galt in vielen Ländern bis zum November 2015 eine Frist von einer Woche, nun sind es zwei Wochen innerhalb derer sich Umziehende umgemeldet haben sollten. Von einer Ummeldung spricht man übrigens innerhalb eines Umzugs innerhalb des bisherigen Meldebezirks. Bei allen anderen Fällen handelt es sich um die Anmeldung eines Wohnsitzes.

Wohnsitz ummelden, anmelden, abmelden – Zweitwohnsitz – das Wichtigste in Kürze

Um die einzelnen Bezeichnungen gibt es nicht selten Verwirrung. Deshalb haben wir das Wichtigste hier zusammengefast:

  1. Zieht ein Haushalt innerhalb einer Gemeinde um, so handelt es sich um eine erforderliche Ummeldung des Wohnsitzes.
  2. Zieht jemand in eine andere Gemeinde, muss der sich laut Meldegesetz dort anmelden (Wohnsitz Anmeldung).
  3. Verlegt jemand seinen Wohnsitz in eine andere Gemeinde Deutschlands, muss er seinen Wohnsitz nicht abmelden. Dies geschieht automatisch durch die Kommunikation der Meldeämter untereinander.
  4. Befindet sich der zukünftige Wohnsitz einer bislang in Deutschland amtlich gemeldeten Person im Ausland, besteht die Verpflichtung der Wohnsitz-Abmeldung.
  5. Zieht jemand nach Deutschland und lebt dort sechs Monate, besteht laut Meldegesetz die Pflicht einer Wohnsitz-Anmeldung.
  6. Unterhält eine Person in Deutschland einen Zweitwohnsitz, ist die gleiche Meldepflicht gegeben, wie beim Erstwohnsitz (einschließlich der damit verbundenen Fristen sowie Strafen bei Missachtung)

Ändert sich also der Wohnsitz, ist diese Wohnsitzänderung den Behörden mitzuteilen. Wer wert auf eine korrekte Einstufung seiner persönlichen Verhältnisse beim Beitragsservice – bzw. der GEZ legt, sollte sich zudem zeitnah per Online-Formular bei der GEZ ummelden.

Umzüge sind eine anstrengende Unternehmung, doch so gerne man sich nach dem Wohnungswechsel erstmal auf der Couch zurücklehnen würde: Einen Weg sollte man in jedem Fall noch gehen, denn in Deutschland herrscht Meldepflicht.

Ob Sie in eine neue Stadt oder innerhalb einer Gemeinde umziehen, das betreffende Einwohnermeldeamt des neuen Wohnortes muss immer informiert werden, ansonsten machen Sie sich strafbar.

Für die An- bzw. Ummeldung des Wohnsitzes bleibt Ihnen in den meisten Gemeinden nur eine Woche, allerhöchstens zwei Wochen Zeit. Sollten Sie diese Frist nicht einhalten, kann ein Ordnungsgeld von bis zu 500 EUR verhängt werden. Das gilt übrigens auch für die Ummeldung von Kraftfahrzeugen.

Zum ummelden müssen Sie in den meisten Meldeämtern persönliche erscheinen, da Ihre neue Anschrift in den Personalausweis eingetragen werden muss. Einzige Ausnahme ist Bayern. Hier kann die es auch über den Postweg (mit ausgefülltem Meldeschein und einer Kopie Ihres Personalausweises) erfolgen. Die Eintragung im Ausweis wird dann bei Ihrem nächsten Behördenbesuch vorgenommen.

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Praxistipp:

Sollten Sie für einen persönlichen Termin beim Einwohnermeldeamt keine Zeit haben, kann auch eine von Ihnen schriftlich bevollmächtigte Person den Vorgang für Sie übernehmen. In Hessen und in Bayern muss die Vollmacht allerdings beglaubigt sein. Mehr Details zur Wohnsitz-Ummeldung beim Bürgeramt erfahren Sie hier.

Beim umziehen innerhalb der Gemeinde wird häufig ein vereinfachtes Ummeldeformular verwendet, das anstelle des normalen Meldescheins auszufüllen ist. Die meisten Einwohnermeldeämter bieten die Ummeldeformulare auf ihren Internseiten als PDF-Dokument an. Sie können das Dokument dann einfach ausdrucken und zuhause ausfüllen. Der persönliche Gang zur Meldebehörde bleibt Ihnen allerdings nicht erspart.

GEZ ummelden

Neuen Wohnsitz bei der GEZ melden

Wer seine GEZ-Gebühren im Griff haben will, sollte sich unabhängig von der Weitergabe der Ummeldedaten (Adressänderung) durch das Meldeamt bei der GEZ anmelden.

Das gilt insbesondere für junge Leute, die ihre erste eigene Wohnung beziehen, aber auch für alle anderen Bürger, die Wert darauf legen die GEZ-Beiträge mit der korrekten Bemessungsgrundlage berechnet zu bekommen.

Jeder Haushalt zahlt inzwischen nur noch 1 x GEZ Gebühren. Gerne besteuert die GEZ jedoch z. B. Freiberufler, die von zuhause aus tätig sind, ein weiteres Mal. Die Ummeldung bei der GEZ kann also effektiv dabei helfen, dauerhaft entstehende Umzugskosten zu vermeiden.

Die Adresse nach Umzug amtlich ummelden

Unnötige Kosten vermeiden und deshlab unbedingt Fristen beachten und auf die Vollständigkeit der erforderlichen Unterlagen

1. Die Geschichte des Meldewesens in Deutschland

Die Anfänge des Meldewesens betrafen im 19. Jahrhundert polizeiliche Registrierungen zum Zweck der Verbrechensbekämpfung. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die melderechtliche Erfassung auf alle Bürger ausgeweitet.

Nach der Gründung der Bundesrepublik übernahmen 1949 die Bundesländer die Zuständigkeit für das Meldewesen, der Bund war lediglich in geringem Umfang an Gesetzgebungsdetails beteiligt. Im Laufe der Zeit entwickelte sich das Meldewesen von einem Instrument polizeilicher Kontrolle zu einem Verwaltungsdienst mit vielfältigen Nutzungszwecken, z. B. statistische Erfassungen und Melderegisterauskünfte.

2006 verabschiedete man eine Föderalismusreform, die zum Ziel hat Verwaltungsvorgänge zu vereinfachen. Mit Inkrafttreten des Bundesmeldegesetzes am 1. November 2015 gibt es zum ersten Mal bundesweit einheitliche melderechtliche Vorschriften für alle Bürgerinnen und Bürger in Deutschland.

2. Was sind die entscheidenden Änderungen im aktuellen Bundesmeldegesetz?

Ummelden-bei-Umzug-BMG – Relevante Auszüge in der PDF-Version

Das neue Meldegesetz machte eine Änderung im Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland notwendig. Im Artikel 73 heißt es: „Der Bund hat die ausschließliche Gesetzgebung über die Freizügigkeit, das Paßwesen, das Melde- und Ausweiswesen, die Ein- und Auswanderung und die Auslieferung.“ Zum ersten Mal hat der Bund also die ausschließliche Gesetzgebungskompetenz im Meldewesen.

Unter anderem sind folgende Änderungen seit dem 1. November 2015 gültig:

  • Die Mitwirkungspflicht von Vermietern bei der Anmeldung von Mietern wird wieder eingeführt. Diese Maßnahme soll unter anderem Scheinanmeldungen verhindern und der Kriminalität entgegenwirken.
  • Wer in Deutschland aktuell bei einer Meldebehörde gemeldet ist, und für einen nicht länger als sechs Monate dauernden Aufenthalt eine weitere Wohnung bezieht, muss sich für diese weitere Wohnung weder anmelden noch abmelden.
  • Die Möglichkeiten zu Melderegisterauskünften mit gewerblicher Motivation werden eingeschränkt. Der Zweck der Anfrage wird hinterfragt und die Auskunft wird zweckgebunden erteilt (Verbot des Datenpoolings).
  • Meldedaten können von Sicherheitsbehörden nun bundesweit und rund um die Uhr abgefragt werden.
  • Melderegisterauskünfte, die zum Zweck des Adresshandels und der Werbung vorgenommen werden sind nur noch mit der Einwilligung Betroffener zulässig.
  • Die Pflicht von Hotelmeldungen und die Meldepflicht in Heimen und Krankenhäusern werden vereinfacht.
  • Wer ins Ausland umzieht kann bei der Abmeldung künftig beim Einwohnermeldeamt seine Anschrift im Ausland hinterlassen.
  • Für Personen, die im Ausland wohnen und in Deutschland nicht gemeldet sind, besteht eine Anmeldepflicht nach dem Ablauf von drei Monaten.
  • Eine Neuheit stellt der „vorausgefüllte Meldeschein“ dar, der bis zum Jahr 2018 von allen Bundesländern verpflichtend einzuführen ist.

3. Welche kommunalen Dienstleistungen werden in Einwohnermeldeämtern vorgenommen?

Im Zuge der Föderalismusreform und im Bemühen um Vereinfachungen verwaltungsbezogener Vorgänge (E-Government) wurden viele Bereiche kundenfreundlicher und serviceorientierter gestaltet. Diese Veränderung wirkt sich im behördlichen Bereich auch im Sprachgebrauch aus.

Man denke an die Namensänderung von Arbeitsamt in Jobcenter und auch ein großer Teil der Einwohnermeldeämter bedient sich seit Jahren Bezeichnungen wie Bürgerservice oder Kundencenter. Eklatante Verbesserungen im Bereich des Meldewesens sind auch in der Bereitstellung einschlägiger Informationen und Meldeformalitäten auf den Online-Seiten der Rathäuser festzustellen, die die Anmeldung des Wohnsitzes nach Umzug erleichtern.

Folgende Verwaltungsvorgänge werden häufig von Einwohnermeldeämtern vorgenommen:

  • Meldepflicht der Wohnsitzanmeldung, -ummeldung, -abmeldung lt. Meldegesetz
  • Anschriftänderungen in Fahrzeugscheinen (Zulassungsbescheinigung)
  • Anwohnerparkausweis-Antragstellung, -Umschreibung, -Verlängerung
  • Haushaltsbescheinigungen (z. B. für Kindergeld)
  • Passangelegenheiten (Verlustanzeige, Neuausstellung bei Verlust, Aktualisierungen, Reisepass)
  • Auskünfte aus dem Melderegister
  • Meldebestätigungen (Nachweis der Anmeldung des Wohnsitzes beim Einwohnermeldeamt)
  • Lebensbescheinigungen (z. B. für Rentenzwecke im Ausland)
  • Kinderreisepässe (für Kinder bis zum 12. Lebensjahr)
  • Beantragung von Führungszeugnissen (früher polizeiliches Führungszeugnis) beim Bundeszentralregister
  • Amtliche Beglaubigungen (Bescheinigung der Richtigkeit einer Unterschrift oder Abschrift)

4. Was ist bei der Ummeldung des Wohnsitzes auf dem Meldeamt zu beachten?

In größeren Städten ist darauf zu achten das an einigen Standorten (Außenstellen) nur Terminkunden bedient werden (z. B. Berlin). Gelegentlich kommt es zu geänderten Öffnungszeiten innerhalb der Regelöffnungszeiten.

Deshalb lohnt es sich auf die Hinweise zu achten, die auf der Homepage der Stadtverwaltung bekanntgegeben werden. Auch können die Zahlungsmöglichkeiten im Einwohnermeldeamt eingeschränkt sein. Vorsorglich ist es empfehlenswert eine gewisse Menge an Bargeld mitzuführen. In Berlin beträgt die Verwaltungsgebühr pro Person beispielsweise 5 Euro.
Vielerorts werden keine Kosten erhoben.

Die Formulare bei Zuzug (Anmeldung) in eine andere Stadt unterscheiden sich häufig von den Formularen einer Mitteilung über die Änderung der Hauptwohnung (Ummeldung).

5. Ist es möglich einen Wohnwagen als festen Wohnsitz beim Einwohnermeldeamt anzugeben?

Das ist möglich, selbst in einem Hotel ist die Wohnsitzanmeldung möglich oder auf einem Schiff. Das Bundesmeldegesetz definiert den Begriff der Wohnung in § 20 wie folgt: „Wohnung im Sinne dieses Gesetzes ist jeder umschlossene Raum, der zum Wohnen oder Schlafen benutzt wird. Als Wohnung gilt auch die Unterkunft an Bord eines Schiffes der Marine. Wohnwagen und Wohnschiffe sind nur dann als Wohnungen anzusehen, wenn sie nicht oder nur gelegentlich fortbewegt werden.“

Grundsätzlich ist es hierzulande nicht möglich, den Hauptwohnsitz auf einem Campingplatz anzumelden, da hier das Baurecht maßgeblich ist (§10-§11 BauNVO). Nähere Informationen stellt der Verband der Campingplatzbwohner zur Verfügung, die sich u. a. auf Facebook in der Gruppe “Wohnen auf dem CP” zusammengefunden haben.

6. Wann muss man einen Zweitwohnsitz beim Meldeamt anmelden?

Immer dann, wenn man einen Nebenwohnsitz unterhält und dort vorübergehend wohnhaft ist.

Auch hier gelten die gleichen Fristen für die Anmeldung, also innerhalb von zwei Wochen nach dem Einzug muss die Meldebehörde unterrichtet werden. Die Abmeldung einer Nebenwohnung erfolgt nur noch bei dem Einwohnermeldeamt, das für den Hauptwohnsitz zuständig ist.

7. Wie viel Strafe kostet es, wenn man sich nach dem Umzug zu spät ummeldet?

Die Bußgeldhöhen wurden im aktuellen Meldegesetz kräftig angehoben (teils verdoppelt). Der Bußgeldrahmen wurde auf maximal tausend Euro erhöht, in besonders schweren Fällen (z. B. bei gewerbemäßig schweren Verstößen gegen das Meldegesetz) können Ordnungsvergehen mit Geldbußen bis zu fünfzigtausend Euro bestraft werden.

Eine allgemein verbindliche Antwort kann nicht gegeben werden, da es auf den Verzug und die persönliche Beurteilung durch die Mitarbeiter des Meldeamtes ankommt. Strafen über 100 Euro werden durchaus erhoben, Spätummelder berichten allerdings auch von glücklichen Umständen und fadenscheinigen Angaben, die nicht explizit überprüft wurden. Eine Kulanzspanne ist in vielen Fällen vorhanden, allerdings ist die Informationspflicht der Vermieter dem Kaschieren von tatsächlichen Gegebenheiten nicht gerade zuträglich.

Die Umzugsmeldung betrifft übrigens nicht nur Pflicht zur Adressaktualisierung beim Einwohnermeldeamt. Wer sein Kfz nicht ordnungsgemäß ummeldet und die Fristen deutlich überreizt, dem droht sogar eine Zwangsstilllegung des Fahrzeugs. Die seit Anfang 2015 mögliche Beibehaltung des Kfz-Kennzeichens hat damit nichts zu tun.

Wer von München nach Berlin umzieht und sein liebgewonnenes M-Kennzeichen in Berlin dauerhaft beibehalten will, muss das Fahrzeug trotzdem bei den Berliner Zulassungsbehörden ummelden.

8. Was muss zuerst umgemeldet werden, der Wohnsitz oder das zugelassene Kfz?

Die Fristen zur Wohnsitzummeldung sind mit zwei Wochen nach dem Einzug relativ eng vorgegeben. Die persönliche Ummeldung beim Einwohnmeldeamt hat immer Priorität vor der Aktualisierung der neuen Adresse in den Kraftfahrzeugpapieren.

Handelt es sich um einen privaten Kfz-Halter ist die Adressummeldung Voraussetzung für die veränderten Daten in der Zulassungsbescheinigung. Bei gewerblich zugelassenen Fahrzeugen ist die Sachlage etwas komplizierter sofern es sich um Kapitalgesellschaften (z. B. GmbH, AG) handelt.

In diesem Fall muss eine Adressänderung vor der Kfz-Ummeldung im Handelregister bekanntgegeben worden sein. Eine HR-Änderung setzt häufig eine notarielle Änderung im Gesellschaftervertrag voraus.

9. Kann man seinen Wohnsitz ohne Mietvertrag ummelden?

Die Vorlage des Mietvertrags beim Einwohnermeldeamt ist nicht zwingend notwendig.

Lediglich in Ausnahmefällen wird dies gefordert. Allerdings ist der Einzug in die neue Wohnung vom Vermieter zu dokumentieren. Und das Vermieterformular bestätigt in der Regel inhaltlich alle Kerndaten des Mietvertrags, wie den Mietbeginn und die Namen der wohnhaften Personen.

10. Welche Daten werden vom Einwohnermeldeamt weitergegeben und wie lässt sich die Datenweitergabe verhindern?

Einerseits dient das Melderegister der Aufgabe, Auskünfte an Behörden und nicht öffentliche Stellen zu erteilen, andererseits dürfen aber nach dem Meldegesetz die schutzwürdigen Belange des Bürgers (z.B. Leben, Gesundheit, persönliche Freiheit) durch die Auskunftserteilung grundsätzlich nicht beeinträchtigt werden. Zu diesem Zweck werden in begründeten Fällen Auskunftssperren eingerichtet, die jedoch nicht für Auskünfte an Behörden oder öffentliche Stellen gelten.

11. Ist es rechtens, dass die Einwohnermeldeämter einen Datenabgleich mit dem Beitragsservice vornehmen? Kann man sich dagegen wehren?

Wechselt jemand den Wohnort informiert das Einwohnermeldeamt den GEZ-Nachfolger Beitragsservice über die veränderte Wohnsituation. Der Abgleich der Meldedaten ist umstritten und es wurden bereits gerichtliche Auseinandersetzungen zu diesem Thema geführt. Ein wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für öffentliches Recht und Internetrecht der Universität Passau stellte 2013 einen Eilantrag auf Verfassungswidrigkeit am Bayerischen Verfassungsgerichtshof, musste jedoch eine Niederlage hinnehmen (Aktenzeichen: Vf.   8-VII-12, Vf. 24-VII-12).

Begründung (Auszüge)

Die Landesrundfunkanstalten haben zum Ablauf des Meldedatenabgleichs mitgeteilt, dass die Einwohnermeldeämter die Daten zum 3. März 2013 ermitteln und die auf diesen Stichtag eingefrorenen etwa 70 Millionen Datensätze dem Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio aufgeteilt in vier Tranchen jeweils im März und im September der Jahre 2013 und 2014 übermitteln werden. (…)

Gemäß § 2 Abs. 1 RBStV ist im privaten Bereich für jede Wohnung von deren Inhaber ein Rundfunkbeitrag zu entrichten. Inhaber einer Wohnung, also Beitragsschuldner, ist jede volljährige Person, die die Wohnung selbst bewohnt (§ 2 Abs. 2 Satz 1 RBStV). (…)

Bei dem Meldedatenabgleich handelt es sich um ein effizientes Kontrollinstrument, mit dem in der Umstellungsphase eine verlässliche und möglichst vollständige Erfassung der Rundfunkbeitragsschuldner im privaten Bereich in einem überschaubaren Zeitraum sichergestellt werden soll. Er dient damit der Vermeidung von Vollzugsdefiziten und einer größeren Beitragsgerechtigkeit.

Nur zwei Wochen Zeit für die Ummeldung des Wohnsitzes

Zur eigentlichen Frist für das Ummelden beim Verwaltungsamt: Der deutsche Gesetzgeber sieht generell einen zeitlichen Rahmen im Umfang von lediglich sieben Tagen vor. Wer sich für die neue Wohnung entschieden hat und bereits weiß, dass der Umzug nicht lange auf sich warten lassen wird, sollte daher frühzeitig in Erfahrung bringen, zu welchen Zeiten das Meldebüro in der neuen Heimat geöffnet hat.

Ebenfalls sollten frisch Umgezogene ganz genau wissen, welche Unterlagen mitzubringen sind, wenn sie sich ummelden. Fast jedes städtische Bürgeramt hat inzwischen einen virtuellen Auftritt im Web. Den Internetseiten können Bürger zum Beispiel auch entnehmen, welche Zweigstelle der Meldebehörde im persönlichen Fall eigentlich zuständig ist für die An- und Ummeldung. Denn gerade in Großstädten gibt es in vielen Vororten Filialen, die dafür sorgen, dass der zeitliche Aufwand für Mitarbeiter der Behörde und die Besucher ebenso geringer ausfällt, als wenn nur eine einzige zentrale Anlaufstelle für alle Bürger tätig wird.

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Online über Sprechstunden informieren und Adressen herausfinden

Bezüglich der Öffnungszeiten sollten sich Bürger einerseits ein wenig Zeit nehmen, denn manchmal kann es doch etwas länger dauern. Vielfach ist dies in den wärmeren Monaten des Jahres der Fall, denn diese Zeit des Jahres ist für Umzüge besonders beliebt bei den Bürgern. Verkürzen können die Behördenbesucher ihre Wartezeit, indem sie vor dem Ummelden bei der Gemeindeverwaltung schon daheim das Ummeldeformular präzise und vollständig ausfüllen.

Nachfragen sind oft die Ursache für längere Aufenthalte bei der Behörde. Die notwendigen Anhaben sind nicht allzu umfangreich. Der Download der Formulare kann ebenfalls über die Internetseiten der Meldebehörden erfolgen. Auch in Umzugsportalen finden Neubürger die Gelegenheit vor, sich die Anmelde- und Ummelde-Unterlagen für fast alle deutschen Städte zu beschaffen. So können die Dokumente nicht erst in der Behörde ausgefüllt werden.

Es liegt nahe, dass die Ausfüllarbeit bei Familien etwas umfangreicher ausfällt als bei den Behördenbesuchern, die nur einen Single-Haushalt ummelden mit ihrem Gang zum Meldebüro. Bei Familien müssen auch die Personendaten für den Nachwuchs sowie den Partner oder die Partnerin angegeben werden. Doch selbst diese Ausfüllarbeit ist binnen weniger Minuten erledigt.

Gültige Pässe müssen vorgelegt werden – Ummeldung im Auftrag ist möglich

Zu den Ummelde-Formularen müssen Bürger auch gültige Personalausweise – alternativ einen gültigen Reisepass oder Kinderausweis – mitbringen für alle Personen, die umgemeldet werden sollen. Darüber hinaus können Verbraucher das Ummelden bei der Stadtverwaltung auch im Auftrag erledigen. Hat ein guter Bekannter oder ein Verwandter keine Zeit, um die Ummeldung selbst zu erledigen, kann dies auch durch Dritte erledigt werden.

Hier verlangt die Behörde eine Vollmacht sowie natürlich ebenfalls die behördlichen Formulare und Pässe. Handelt es sich bei ummeldenden Personen nicht um deutsche Staatsbürger oder Bürger der EU, kann die Behörde im Einzelfall Wert auf die Vorlage eines Visums oder anderer Dokumente legen. Eine ausführliche Auflistung aller Sonderfälle würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen. Auf Anfrage (oder einmal mehr im Internet) geben Behörden bereitwillig Auskunft darüber, welche Unterlagen vorzulegen sind, damit das Ummelden beim Bürgeramt reibungslos und vor allem zügig vonstatten gehen kann.

Nachweise vom Vermieter erforderlich seit 11/2015

Während eine Ummeldung oder die erstmalige Wohnsitz-Anmeldung via Internet generell nicht zulässig ist, kann mancherorts die Ummeldung auf dem Postweg erfolgen. Dabei handelt es sich jedoch eher um Ausnahmen. Wissen müssen Bürger allerdings: An einem Behördenbesuch führt nichts vorbei. Auch wenn die Ummeldung erst einmal postalisch möglich ist (hier werden Kopien an der Unterlagen mit dem Ummelde-Formular an die Meldestellen übersendet), der persönliche Besuch ist später dennoch nötig, weil die neue Anschrift im Ausweis eingetragen werden.

Angst vor einem drohenden Bußgeld muss man sich im Fall eines verspäteten Ummeldens beim Einwohnermeldeamt heute aber nicht mehr machen. Auch wenn die Behörde bei zeitlichem Verzug Ordnungsgelder verhängen kann. Da mittlerweile ein Nachweis vom Vermieter und vorzulegen ist, hängt bei der An- und Ummeldung nicht mehr vieles von den Aussagen der Betroffenen ab. Deutliche Überziehungen der Meldefristen werden mit Bußgeldern belegt.